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  • brittaklueber

Helden der Nacht: Die Abenteuer im Apothekennotdienst

Nächtliche Telefonklingeln in der Apotheke, wenn der Rest der Stadt bereits schläft, können die aufregendsten Abenteuer sein. Im Apothekennotdienst erlebst du als ApothekerIn besondere Gegebenheiten, die oft unerwartet und manchmal sogar lebensrettend sein können. Dieser Artikel soll dich in die spannende Welt des Apothekennotdienstes entführen! (…und daran erinnern, wie wichtig die ortsnahe Akut-Versorgung in der stationären Apotheke ist!!!👍)


Der Apothekennotdienst: Was steckt dahinter?


Bevor wir uns in die aufregenden Details stürzen, lass mich dir kurz erklären, was es mit dem Apothekennotdienst auf sich hat. Apotheken haben die Verantwortung, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten für die Gesundheit der Menschen da zu sein. Das bedeutet, dass eine Apotheke immer erreichbar sein muss, um dringend benötigte Medikamente und Beratung zur Verfügung zu stellen. Genau hier kommt der Apothekennotdienst ins Spiel!


Und nun möchte ich Dir die aufregenden Abenteuer aus meinem letzten Apothekennotdienst (Samstag auf Sonntag) erzählen.

Um 15 Uhr löste ich am Samstagnachmittag meine Kollegin ab. Die ersten Kunden kamen und gingen, vorerst nichts Besonderes. Je später der Abend aber wurde, desto abwechslungsreicher wurden auch die Wünsche…

"Haben Sie heute Notdienst?" Kunde am Telefon

Nicht selten kommt es vor, dass Kunden vor ihrem Besuch erst einmal anrufen, um zu fragen, ob wir wirklich Notdienst haben. Tatsächlich lautete die Frage exakt so: „Sind sie da?(…naja, spätestens wenn ich mich am Telefon melde, sollte diese Frage sich eigentlich schon erübrigt haben…). Das Telefongespräch ging dann aber weiter mit der Frage: „Haben Sie Vomex® für Kinder vorrätig?“ (Ein gängiges Medikament gegen Übelkeit und Erbrechen.) Darauf entgegnete ich: „Na klar! Wir haben den Saft und auch die Zäpfchen vorrätig. Wie alt ist denn das Kind?“ Kundin: „Das ist gar nicht für ein Kind, sondern für meinen Hund!“…😄

Kurze Zeit später kamen dann noch die Klassiker wie „Ich brauche bitte eine Packung Viagra!“ (…leider nicht ohne Rezept erhältlich – nein, auch nicht im Notdienst. Ich wünschte dennoch eine schöne Nacht😜)


Und:


„Mein kleines Kind hat Verstopfung, ich brauche da dringend etwas.“ (ok, das verstehe ich, muss wehtun nach 5 Tagen ohne Stuhlgang…)


Und:


„Brauche dringend mein Antibiotikum, komme gerade aus einer Not-Zahn-OP“ (sehr verständlich…kurzer Luftsprung über die Lieferfähigkeit🤩; Schmerzmittel mit dazugegeben)

Zu schon vorangeschrittener Stunde kam dann eine Ärztin an die Notdienstklappe und fragte nach einer betäubenden Salbe. Auf Nachfragen meinerseits, was denn passiert sei, schilderte sie mir, dass ihr kleines Kind in eine Scherbe getreten sei, sie den Splitter aber nicht entfernen konnte, weil ihr Kind so zappelte. „Und was machen Sie dann mit der betäubenden Creme?“, fragte ich Sie. Kundin: „Damit schmiere ich jetzt den Fuß schön dick ein. Dann warte ich darauf, dass mein Kind einschläft und dann kann ich ganz entspannt den Splitter rausholen!“ (OK. Lösungsorientiert. Einfallsreich. Mutter eben!...und Ärztin👍)


Gegen Mitternacht kam dann noch ein Kunde und ich beschloss, mich jetzt ein wenig hinzulegen (immerhin hatte ich schon 9 Stunden ´abwechslungsreiches Programm´ hinter mir). Also schnappte ich mir das Telefon, das auch klingelt, wenn die Notdienstglocke betätigt wird. Zur Info: mein Notdienstbett steht in der dritten Etage – geschätzte Anzahl Stufen: 45. (Da muss man sich gut überlegen, ob man schon nach oben geht.)


Gegen 2Uhr morgens schrillte das Telefon – ob wir noch eine elektrische Milchpumpe hätten. (Das musste ich leider verneinen, da die letzte am Vormittag verliehen wurde…😞)


Um 4:02Uhr ließ mich der bekannte Klingelton meines Telefons erneut hochschrecken (tatsächlich hatte/hätte ich jetzt schon ein wenig schlafen können…). Dieses Mal stand ein Patient an der Notdienstklappe. Eilig (so schnell, wie es schlaftrunken halt bei mir geht) ging ich die 45 Stufen hinunter, schloss einige Türen dabei auf und zu, um endlich den Patienten nach seinem dringenden Wunsch zu fragen. „Ich brauche dringend ein Abführmittel!“; „ok, wenn es so dringend ist, dann gebe ich Ihnen Zäpfchen mit, die wirken ini 5-20 Minuten.“ „Nein, so dringend ist es dann doch nicht, dann nehme ich lieber Tabletten!“ (…Danke! Alle Gute! Und wieder 3 Stockwerke hoch zu meinem ersehnten Nachtlager, dass mir unsere liebe Raumpflegefee so nett hergerichtet hatte – nochmals Danke🫶)


Lange sollte die Verweildauer nicht sein, denn um 6Uhr irgendetwas ging es weiter und die Nachtruhe war damit vorbei. Als es dann auf 9 Uhr zuging, dem Ende der Notdienstzeit (ich freute mich schon auf ein schönes Sonntags-Frühstück daheim), kamen 3 Minuten vor 9 dann noch 3 Kunden. Ob ich mich in dem Moment darüber geärgert habe? Nein. Ich habe mich gefreut, denn ich konnte die Dankbarkeit der Kunden spüren. Dafür mache ich gerne Notdienst, denn ich weiß: Im Nachtdienst bin ich der Vertrauensanker für die Menschen in ihre gesundheitlichen Not.


Fazit:


Der Apothekennotdienst ist ein aufregendes und wichtiges Element im Gesundheitssystem. Als vor-Ort-Apotheke spielen wir eine Schlüsselrolle bei der Versorgung der Bevölkerung, vor allem außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Die Fähigkeit, in Notfällen zu handeln und Menschen zu helfen, macht uns zu einem unschätzbaren Akteur im Gesundheitswesen. Ich zeige stolz auf unsere Arbeit und unser Engagement, denn wir machen die Welt gesünder und sicherer!


Wir ❤️ Apotheke!


Eure Britta Klüber



Du möchtest Dir passend zu diesem Artikel meine Podcastfolge „3in1-Tipps zur Notdienstzeit“ anhören? Los geht`s!







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