3 Fragen für mehr Self-Care im Apothekenalltag

Oder: Wer kümmert sich eigentlich um die, die sich um alle kümmern?
Du kümmerst dich. Jeden Tag. Um die Kundin, die verunsichert vor dir steht, um den Stammkunden, der heute ein bisschen mehr Gespräch braucht, um die Kollegin, die gerade Unterstützung benötigt, und um das Telefon, das natürlich genau dann klingelt, wenn vor dir schon drei Menschen warten.

Du hörst zu, erklärst, organisierst, beruhigst, löst Probleme und versuchst dabei, freundlich und aufmerksam zu bleiben. Und irgendwo dazwischen gibt es noch einen Menschen, um den du dich ebenfalls kümmern solltest: dich.
„Alles gut!“ - Wirklich?
Gerade in der Apotheke gehört es zum beruflichen Selbstverständnis, für andere Menschen da zu sein. Das ist etwas Schönes und gleichzeitig kann genau das unglaublich viel Energie kosten. Denn du gibst nicht nur Arzneimittel oder Produkte ab. Du gibst Aufmerksamkeit, hörst Sorgen, fängst Ärger auf, beantwortest Fragen und bleibst freundlich, obwohl dein Gegenüber es vielleicht gerade nicht ist.
Und dann kommt die nächste Person. Und die nächste.
Vielleicht kennst du diese Tage, an denen du abends die Apothekentür hinter dir schließt und denkst: „Heute kann ich einfach niemanden mehr sehen.“ Das bedeutet nicht, dass du deinen Beruf nicht gerne machst. Es bedeutet vielleicht einfach, dass dein Akku leer ist.
Self-Care beginnt nicht erst nach Feierabend
Wenn wir über Selbstfürsorge sprechen, denken wir schnell an Yoga, Meditation, Wellness, Sport oder einen entspannten Abend auf dem Sofa. Alles wunderbar. Aber ich finde, für Menschen in der Apotheke müssen wir früher anfangen. Mitten im Arbeitstag.
Self-Care kann bedeuten, eine Grenze freundlich auszusprechen, nicht jedes Problem sofort zum eigenen zu machen oder eine schwierige Kundenbegegnung nicht noch stundenlang im Kopf weiterzuführen. Es kann bedeuten, um Unterstützung zu bitten, eine Pause tatsächlich als Pause zu nutzen oder einer Kollegin einfach zu sagen: „Übernimmst du kurz? Ich brauche zwei Minuten.“
Das klingt vielleicht unspektakulär, kann aber im Apothekenalltag einen gewaltigen Unterschied machen.
Freundlich sein bedeutet nicht, alles auszuhalten
Dieser Punkt ist mir in meinen Trainings mit Apothekenteams besonders wichtig. Kundenorientierung wird manchmal mit grenzenloser Freundlichkeit verwechselt. Aber du darfst freundlich und klar sein. Du darfst Verständnis zeigen, ohne jedes Verhalten zu akzeptieren. Du darfst helfen wollen, ohne für alles verantwortlich zu sein. Und du darfst Grenzen setzen, ohne deshalb weniger kundenorientiert zu sein.
Ein Satz wie „Ich möchte Ihnen gerne helfen. Damit wir eine Lösung finden können, lassen Sie uns bitte sachlich miteinander sprechen“ ist keine Unfreundlichkeit. Er ist professionell und gleichzeitig schützt du damit dich selbst.
Wenn das Team Energie gibt oder Energie nimmt
Self Care ist für mich allerdings nicht nur eine individuelle Aufgabe. Wir können noch so viele Tipps zur Selbstfürsorge kennen. Wenn wir uns im Team gegenseitig Energie rauben, wird es schwierig.
Wie sprechen wir miteinander, wenn es hektisch wird? Wie reagieren wir auf Fehler? Bedanken wir uns füreinander? Bemerken wir, wenn jemand gerade am Limit ist? Kann ich sagen „Ich brauche kurz Hilfe“, ohne das Gefühl zu haben, versagt zu haben? Und können wir miteinander lachen, auch wenn gerade die Hütte brennt?
Die Atmosphäre innerhalb eines Teams entscheidet wesentlich darüber, wie anstrengend sich ein Arbeitstag anfühlt. Manchmal braucht es dafür gar keine großen Maßnahmen. Ein ehrliches „Danke, dass du das gerade übernommen hast“ kann bereits etwas verändern. Genauso ein „Komm, ich mach das“ oder die einfache Frage: „Wie geht es dir heute eigentlich?“ Wichtig ist nur, danach nicht sofort weiterzulaufen, sondern die Antwort auch wirklich hören zu wollen.
Und was ist mit der Apothekenleitung?
Wenn du eine Apotheke oder ein Team führst, kommt noch etwas hinzu. Du kümmerst dich nicht nur um Kunden, sondern auch um Mitarbeitende, Zahlen, Dienstpläne, Entscheidungen, Konflikte und hundert Dinge, die sonst kaum jemand sieht. Vielleicht kennst du das Gefühl: „Ich muss doch diejenige sein, die alles zusammenhält.“
Doch wer ständig versucht, für alle anderen Stabilität zu schaffen, braucht selbst Möglichkeiten, wieder Energie zu bekommen.
Gleichzeitig lässt sich Self-Care im Team nicht einfach delegieren. „Achtet gut auf euch!“ ist schnell gesagt. Entscheidend ist die Kultur, die wir im Alltag miteinander schaffen. Dürfen Pausen wirklich gemacht werden? Darf jemand sagen, dass es gerade zu viel ist? Wie gehen wir mit Belastung um? Wie sprechen wir miteinander? Und wie viel echte Wertschätzung findet statt, nicht nur auf dem Papier, sondern an einem ganz normalen Dienstagvormittag?
Self-Care ist für mich deshalb auch Führungskultur.
Vielleicht brauchen wir weniger „Durchhalten“
In Apothekenteams erlebe ich unglaublich viel Engagement. Menschen springen füreinander ein, bleiben länger, lösen Probleme und versuchen selbst dann noch, den nächsten Kunden freundlich anzulächeln, wenn eigentlich längst die Luft raus ist. Das verdient Anerkennung. Gleichzeitig dürfen wir uns eine wichtige Frage stellen:
Muss ich wirklich immer erst durchhalten, bis nichts mehr geht?
Vielleicht können wir früher aufeinander achten. Auf unsere Sprache, auf unsere Grenzen, auf kleine Warnsignale und vor allem aufeinander. Denn eine Apotheke braucht Menschen, die sich gerne um andere kümmern. Aber diese Menschen brauchen ebenfalls jemanden, der sich um sie kümmert. Das Team, die Führungskraft und immer wieder auch sie selbst.
Drei Fragen für deinen Apothekenalltag
Bevor du heute nach Hause gehst, stell dir drei kurze Fragen:
Was hat mir heute Energie gegeben?
Was hat mir Energie genommen?
Und was kann ich morgen selbst beeinflussen?
Vielleicht ist die Antwort keine große Veränderung. Vielleicht sind es nur zwei Minuten Pause, ein klares Nein, ein Gespräch mit einer Kollegin oder der Entschluss, eine schwierige Kundenbegegnung nicht mit in den Feierabend zu nehmen.
Genau damit kannst du anfangen.
Self-Care beginnt auch mit guter Kommunikation
Ich bin Britta Klüber von jukendu und trainiere Apothekenmitarbeitende und Apothekenteams rund um Kommunikation, Kundenbegeisterung, Zusammenarbeit und Führung.
Wenn du merkst, dass es in eurem Team nicht an Engagement fehlt, sondern manchmal an Zeit, Energie und den richtigen Worten, dann lass uns gemeinsam hinschauen.
Hol mich mit jukendu in eure Apotheke. Gemeinsam machen wir aus „Wir müssen irgendwie durch den Tag kommen“ wieder ein „Wir arbeiten gerne miteinander und sind gerne für unsere Kunden da.“
👉 Sprich mich an und lass uns schauen, welches Training zu eurem Apothekenteam passt.




Kommentare